Suche
  • Elisabeth Redel

Freiberufliche Illustratorin in der Corona Krise

Aktualisiert: 11. Nov 2020

Passt das überhaupt zusammen? Bei mir leider (wie bei vielen Kollegen) absolut nicht. Ich habe mich im April 2019 selbstständig gemacht und zwar als freiberufliche Illustratorin. Der Anfang war hart. Erstmal hieß es sich ein Portfolio erstellen, Netzwerke aufbauen, Aufträge an Land ziehen, Messen besuchen,... nach und nach... Stückchen für Stückchen lief es immer besser... Tja und dann kam Corona.



"Ach, aber das ist doch nicht so schlimm für deinen Beruf. Du arbeitest doch sowieso von zu Hause aus am Computer. Da ändert sich für dich doch nichts!"


DOCH! Und zwar eine ganze Menge! Als Illustrator MUSS man einfach Kontakte auf Messen knüpfen. Es reicht nicht eine PDF an Verlage zu schicken. Man muss sich einfach persönlich vorstellen. Sei es auf Buchmessen, Spielmessen oder Kreativmessen. Aber das fiel alles komplett aus.



"Naja, aber du hattest ja schon Aufträge und Anfragen."


JA! Zu richtig schönen Projekten. Nur sind leider die Kunden abgesprungen und zwar Reihenweise. Manche beantworteten noch nicht einmal meine Mails. Auf meinem Computer liegen einige fertige Dateien - es fehlt nur die finale Abnahme. Klar, könnte ich einen Rechtsanwalt einschalten. Aber was nutzt mir das? Ich bekomme dann vielleicht irgendwann einmal einen Bruchteil von dem Geld - doch einige der Firmen mussten ebenfalls dicht machen... da ist einfach kein Geld mehr da. Oder aber - und das war noch viel schlimmer für mich - kamen Anfragen wie "Machen Sie mir ein Logo - ich kann 80€ bezahlen!" Die Preisvorstellungen in unserer Branche sind ja generell schon ein Problem, aber ich habe das Gefühl, dass es die aktuelle Situation nicht gerade besser gemacht hat.

"Hast du denn kein Geld beantrag um diese Zeit zu überbrücken?"


NOPE - denn das ist nicht so einfach für meinen Bereich. Wie gesagt arbeite ich im HomeOffice von zu Hause aus (und kann meine Ausgaben außer für meine Software stark reduzieren) - das heißt ich musste "nicht schließen" und hätte ja arbeiten gekonnt (bzw. hab ich ja auch Illustrationen fertig gestellt) nur eben ging die Liquidität meiner Kunden und die Nachfrage so krass zurück. (Ist ja auch verständlich! Wer gibt denn bitte Geld für Design und Werbung aus, wenn er gerade damit kämpft ob er seine eigenen Mitarbeiter noch bezahlen kann). Tja und das Fördergeld bezieht sich eben darauf Unternehmen zu retten... und nicht darauf die private Ausgaben zu decken...



"Oh krass... Schade... und jetzt?!"


UND JETZT sind alle Ersparnisse aufgebraucht. Ich versuche damit umzugehen, dass es nicht meine Schuld war, dass das mit der Selbstständigkeit nicht geklappt hat. Ich musste mich arbeitssuchend melden und das tut richtig weh. Seit Monaten suche ich nun schon eine Stelle und es ist eine absolute Katastrophe. Aber das ist ein Thema für sich.




Es gibt vieles, was man nicht beeinflussen kann. In meinem Businessplan habe ich eine Pandemie einfach nicht mit berücksichtigt ;) Was wir aber beeinflussen können, ist die Art, wie wir mit Problemen umgehen. Ich bin so froh und dankbar für meine Familie, meine Freunde, meinen Partner und auch für die Menschen, die nette Worte schenken und versuchen zu helfen.



Ich habe in dieser Zeit auch Positives bemerkt:


Menschen helfen einander! Vielen geht es ähnlich oder auch schlimmer und dennoch versuchen sich Menschen gegenseitig zu helfen. Und das ist super schön.


Kreative haben immer etwas zu tun! Ich versuche gerade neue Dinge zu lernen oder an Projekten zu arbeiten, die in diese Zeit passen. Viele kreative Menschen tun das und das zu sehen ist was ganz tolles.


Es ist nicht immer alles schlecht, aber oft sieht man die schönen und guten Dinge nicht mehr so gut. Deshalb ist es umso wichtiger aktiver danach zu suchen.

Bleibt tapfer und gesund

Eure Liss

13 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Impressum     |     Datenschutz

© 2023 Elisabeth Redel. Erstellt mit Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now